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| Hier veröffentlichen wir Zeitungsartikel die sich mit der Einrichtung einer Gedenk- und/oder Dokumentationsstätte in Sandbostel befassen. |
| Presseartikel über die internationale Konferenz in Hamburg vom 12. Juli 2004 finden Sie hier. |
Bremervörder Zeitung 21. November 2005 |
1.200 Euro für die Stiftung „Lager Sandbostel“ Sozialausschuss der Samtgemeinde Selsingen unterstützt Finanzierung der geplanten Gedenkstätte |
Selsingen (zz/lh). Um die Anschubfinanzierung für die Stiftung „ Lager Sandbostel“ zu unterstützen, hat der Sozialausschuss der Samtgemeinde Selsingen jetzt einstimmig empfohlen, 1.200 Euro bereitzustellen. Der Vorsitzende der Lagerstiftung, Hermann Luttmann, hatte die Samtgemeinde Selsingen angeschrieben und um einen Zuschuss gebeten. Die Stiftung habe inzwischen ein Grundstück auf dem ehemaligen Lagergelände erworben. „Für das nächste Jahr stehen vordringlich zum einen Sicherungsmaßnahmen für die denkmalgeschützten Gebäude und zum anderen die Erarbeitung eines Konzeptes für die zukünftige Gedenkstättenarbeit an“, erläuterte der Erste Kreisrat. Die Zinserträge des Stiftungskapitals reichen seinen Worten zufolge gegenwärtig „in keiner Weise aus, um die Aufgaben der Stiftung zu finanzieren“. Daher stellte er einen Zuschussantrag in Höhe von 2.500 Euro an die Samtgemeinde. Selsingens Verwaltungs-Chef Werner Borchers erläuterte den Ausschussmitgliedern, dass es um die Anschubfinanzierung für die Lagerstiftung gehe, damit sie überhaupt arbeiten könne. Beim Landkreis habe die Stiftung 5.000 Euro beantragt und erhoffe sich einen Zuschuss in gleicher Höhe von den Kommunen aus der Samtgemeinde Selsingen.Um die Last der Kosten auf breitere Schultern zu verteilen, schlug Werner Borchers vor, dass die Samtgemeinde der Stiftung 1.200 Euro zukommen lässt. 500 Euro könne die Gemeinde Sandbostel, weitere 500 Euro die Gemeinde Selsingen zahlen. Und wenn die sechs weiteren Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Selsingen jeweils 200 Euro zahlten, so Borchers, stünden weitere 1.200 Euro für die Lagerstiftung zur Verfügung - insgesamt 3.400 Euro aus dem Bereich der Samtgemeinde Selsingen. 1.600 Euro könnten von Gemeinden außerhalb der Samtgemeinde aufgebracht werden, so sein Vorschlag. Diese Verteilung „tut niemandem weh“, urteilte Werner Borchers. „Wichtig ist, dass der kommunale Anteil zusammenkommt, damit sich der Landkreis nicht zurückzieht.“ Thea Tomforde aus Anderlingen befürwortete dieses Vorgehen im Namen der CDU-Fraktion. Ihr Parteifreund Dr. Hein-Arne zum Felde fragte, ob diese Beteiligung ausreicht. Sollte es zu einem „ständigen Zuschuss“ für die Lagerstiftung kommen, meldete er „erhebliche Bedenken“ an. Karsten Schröder aus Rhade (CDU) befand, die Aufteilung des Zuschusses auf die Gemeinden „kann man akzeptieren“. Gleichwohl hätte auch er „Probleme“, wenn es ständig weitere Forderungen geben sollte. SPD-Ausschussvorsitzende Gerda Brinkmann aus Malstedt versicherte: „Ich könnte mich mit dem Vorschlag von Werner Borchers einverstanden erklären.“ So stimmte der Ausschuss einstimmig für einen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro für die Stiftung. |
Bremervörder Zeitung 19. November 2005 |
Gnarrenburger Tradition in Frage gestellt? Von Thomas Schmidt |
Es gibt sie immer noch, die unsäglichen, längst überwunden geglaubten Gräben, die den verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte in Bremervörde, Gnarrenburg und Selsingen so sehr erschweren. In der jüngsten Sitzung des Gnarrenburger Jugendausschusses taten sich drei von sieben Ausschussmitgliedern überraschend schwer damit, die über jeden Zweifel erhabene „ Stiftung Lager Sandbostel“, die sich der Aufarbeitung des dunkelsten Teils der Heimatgeschichte verschrieben hat, mit drei Hundert-Euro-Scheinen zu unterstützen. Das ist besonders bitter für jene Gnarrenburger, die sich bislang quer durch die Parteien zu einem verantwortwortungsvollen Umgang mit der Geschichte bekannt haben. Dabei hat das Geschichtsbewusstsein in der Moorgemeinde eine gute Tradition - seit Gnarrenburg 1995 auf Antrag der SPD-Fraktion Mitglied im Gedenkstättenverein wurde. Gnarrenburgs Bü- rgermeister Ernst Bayer (CDU) wirkte zeitweise als Kassenprüfer im Gedenkstättenverein mit. Und der CDU-Fraktionchef im Gnarrenburger Rat, Detlef Cordes, ist sogar im Vorstand des Gedenkstättenvereins tätig. Wer jetzt das Fehlverhalten von Ivar Buterfas instrumentalisiert, der das Gedenkstättenprojekt vorangetrieben hat wie kaum ein anderer, handelt unredlich: Der muss sich fragen lassen, ob er nicht allzu dankbar ist, um alte Rechnungen begleichen und den Gedenkstättenverein oder gar die Stiftung diskrditieren zu können. Bitter ist das knappe Abstimmungsergebnis auch für die Stiftung selber, die nach allerschwersten Geburtswehen auf dem denkbar breitesten gesellschaftlichen Konsens aufgebaut wurde. Bleibt zu hoffen, dass dieser Konsens nicht ebenso wackelig ist, wie das Abstimmungsergebnis im Gnarrenburger Jugendausschuss. |
Bremervörder Zeitung 19. November 2005 |
300 Euro mit großer Symbolkraft Nur mit knapper Mehrheit: Jugendausschuss tat sich schwer mit Unterstützung der Sandbostel-Stiftung |
Gnarrenburg. Wer gedacht hatte, die Unterstützung der auf einer breiten gesellschaftlichen Basis stehenden Stiftung „ Lager Sandbostel“ sei ein Selbstgänger, sah sich am Donnerstag im Rathaus Gnarrenburg getäuscht. Nur mit einer knappen Mehrheit konnte sich der Jugendausschuss dazu durchringen, die Stiftung mit 300 Euro zu unterstützen. Die Stiftung, an der unter anderem das Land Niedersachsen, der Kreis Rotenburg, die Gemeinde Sandbostel, der Gedenkstättenverein sowie die Kirchengemeinde und die Samtgeinde Selsingen beteiligt sind, hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Befürworter des Antrags, zu denen neben dem Ausschussvorsitzenden Johann Bargmann (CDU), Detlef Cordes (CDU), Volker Kullik und Hans-Dieter Bunk (beide SPD) gehörten, zeigen sich nach der Sitzung enttäuscht über das Abstimmungsverhalten. Schließlich war die Gemeinde Gnarrenburg 1995 die erste Kommune, die Mitglied im Gedenkstättenverein wurde. „Bei den 300 Euro geht es darum, zu zeigen, wie die Gemeinde zur eigenen Geschichte steht“. begründete Volker Kullik sein Abstimmungsverhalten und nahm die Ausschusskollegen in die Pflicht. „Unsere Gemeinde hat eine Verantwortung vor der Regionalgeschichte“, sagte Kullik. Er erinnerte daran, dass die vom Tode gezeichneten Gefangenen durch Fahrendorf zogen. „Die Schule wurde abgedunkelt, damit die Kinder das Elend nicht sehen.“ Udo Poppe (CDU-Fraktion) teilte Kulliks Einschätzung nicht. Er selber arbeite im Gewerbegebiet Sandbostel, wo insgesamt zwölf Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden: „Da wird das Thema ganz anders gesehen.“ Außerdem sei jetzt auch herausgekommen, dass Ivar Buterfas, der ja maßgeblich das Thema Sandbostel vorangetrieben habe, „nicht redlich“ sei, zitierte Poppe die Hamburger Morgenpost (siehe Bericht unten).„Wir brauchen das Geld an anderer Stelle dringender. „Außerdem sind die Folgekosten nicht absehbar“, sagte Poppe und fand mit dieser Meinung die Unterstützung bei Ausschussmitgliedern der anderen Fraktion: Rolf Dammann und Hans-Günter Lorenz. „Wenn wir die Krebsfürsorge nicht unterstützen, sehe ich nicht ein, warum wir die Stiftung unterstützen sollen“, sagte Dam mann. Er möchte das Geld lieber in der Jugendarbeit einsetzen und verwies auf den Friedhof Sandbostel. „Der Friedhof reicht. Wer das Thema da nicht begreift, der begreift es woanders auch nicht.“ Das CDU-Ausschussmitglied Detlef Cordes, der auch im Vorstand des Gedenkstättenvereins mitwirkt, wies vor allem die Meinung seines Fraktionskollegen Poppe zurück. „Auch wenn wir hier nebeneinander sitzen, kann ich Deine Meinung nicht teilen.“ Die Affäre Buterfas, so Detlef Cordes, habe rein gar nichts mit der Stiftung zu tun, an der das Land, der Kreis, die Kirche und andere Institutionen beteiligt seien. Und bei der Stiftung gehe es nicht um Polemik, sondern vor allem um eines: „Die Aufarbeitung unserer unsäglichen Geschichte mit einer richtigen denkmalpflege- rischen Konzeption.“ |
Die Welt 3. November 2005 |
Geflickte Schuhe bezeugen Leid im Lager Sandbostel Von Dieter Sell |
Bremen - Im Gewächshaus von Karl-Heinz Buck türmen sich die Fundstücke. Verrostete Stahlhelme, Kochgeschirr und Porzellan legen Zeugnis ab von einer mörderischen Vergangenheit. Buck hat sie bei laufenden Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel bei Bremen geborgen. Sie gehören zum Grundstock für eine Gedenkstätte, die am historischen Ort des „Stalag X B“ geplant ist und die es so kein zweites Mal in Deutschland gibt. Die Zahl der Opfer in Sandbostel bewegt sich je nach Schätzung zwischen 8000 und 50 000. Genauere Hinweise gibt es nicht. Was in Konzentrationslagern wie Bergen-Belsen passiert sei, habe hier nicht aufgehört, sagt Buck, der stellvertretender Vorsitzender der „Stiftung Sandbostel“ ist. Nirgendwo gebe es noch so viele Gebäude, die einen Eindruck von der Situation in einem Gefangenenlager vermittelten. Über Jahrzehnte wurde um eine Gedenkstätte an diesem Ort gerungen. 1974 entstand auf dem Areal mit seinen mehr als 20 erhaltenen Baracken zunächst ein Gewerbegebiet. Zwar werden die meisten der ehemaligen Gefangenen-Baracken immer noch gewerblich genutzt. Doch nach Gründung der Stiftung im vergangenen Jahr konnten einige der denkmalgeschützten Gebäude auf einem 2,8 Hektar großen Grundstück gekauft und der Streit beendet werden. Aus dem Boden bergen Buck und andere nun mit Draht geflickte Schuhe und verbeulte „Henkelmänner“. Es sind Indizien über die Not von Kriegsgefangenen, Internierten und KZ-Häftlingen. Im tristen Moor von Sandbostel waren nach Schätzungen von Experten zwischen 1939 und 1945 etwa eine Million Menschen aus 46 Nationen gefangen, viele starben an Hunger und Seuchen. „Schuhe und Eßgeschirr waren überlebenswichtig und wurden wei tergereicht, wenn jemand gestorben ist“, sagt Buck. Nach ersten Ideen könnte die steinerne Küche der russischen Kriegsgefangenen als Gedenkstätte mit Archiv, Ausstellungs und Vortragsraum hergerichtet werden. „Derzeit ist ein Masterplan für das Gelände in Arbeit“, sagt Pastor Peter Handrich, der als Beauftragter der hannoverschen evangelischen Landeskirche zum Stiftungsvorstand gehört und eine „spirituelle Zelle“ auf dem Lagergelände plant. Menschen könnten an diesem Ort „ausgehend von den Ereignissen; die im Krieg stattgefunden haben, über die Gegenwart, das eigene Leben und ihre Zukunft nach denken“ . Noch sucht Handrich einen endgültigen Namen für das Projekt. Das Interesse an Sandbostel jedenfalls wächst. |
Zevener Zeitung 26. August 2005 |
Grundstücksverkauf noch im August |
Stiftung erwirbt 2,8 Hektar großes Areal auf dem Lagergelände Sandbostel (oer). Die Mitglieder der Stiftung „Lager Sandbostel“ stehen in den Startlöchern. Wie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Buck gegenüber der ZZ mitteilt, soll der Kauf eines 2,8 Hektar großen Areals noch im August über die Bühne gehen. Dann beginnt die inhaltliche Arbeit. Mit der vom Gedenkstättenverein entwickelten Vorlage bestehe schon so etwas wie ein Grundgerüst, schildert Buck. Ein konkretes Konzept darüber, wie die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager einmal aussehen wird, liege aber noch nicht vor. Damit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe, in der Vertreter der an der Stiftung beteiligten Gruppen mitwirken. Sobald der Kaufvertrag unter Dach und Fach ist, will die Arbeitsgruppe richtig loslegen. „Ich hoffe, dass das Konzept noch im Herbst steht“, zeigt sich Karl- Heinz Buck optimistisch. Grob ist vorgesehen, Räume für Ausstellungen und für ein Archiv herzurichten. Darüber hinaus solle in Sandbostel eine Begegnungsstätte gerade für jüngere Menschen entstehen. Die Besucher sollen sich an authentischer Stätte ein Bild von dem Lager machen können, in dem bis 1945 Tausende starben. Aber auch die Nutzung des Geländes nach der Befreiung durch britische Soldaten soll in der Doku- mentations- und Gedenkstätte dargestellt werden. Vor Verfall retten Neben der Planung wird die wichtigste Aufgabe der Stiftung laut Buck darin bestehen, die noch vorhandenen Lagerbaracken vor dem weiteren Verfall zu retten. Offen ist, ob die Dokumentations und Gedenkstätte später in einer dieser Unterkünfte eingerichtet wird. Eine nicht nur bauliche Frage, wie Vorstandsmitglied Buck anmerkt. Er verweist auf Erfahrungen aus Neuengamme, wo sich einstige Opfer geweigert hätten eine ehemalige SS-Unterkunft zu betreten. Auch so etwas müsse bei der Erarbeitung eines Konzepts bedacht werden. Buck setzt hier auf die fachliche Beratung vom wissenschaftlichen Beirat der Stiftung. Eine Option besteht daher darin, ein neues Gebäude für die Dokumentations- und Gedenkstätte zu errichten. Das könne sogar günstiger sein als die Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Baracken, erläutert Buck. In jedem Fall benötigt die Stiftung Geld, um ihr Konzept umsetzen zu können. Neben der inhaltlichen Planung geht es in den nächsten Wochen und Monaten somit vor allem auch darum, die erforderlichen Mittel einzuwerben. Sponsoren werden gesucht, die öffentlichen Stellen an ihre finanziellen Zusagen erinnert.
Daneben sollen möglichst bald erste Ausstellungen auf dem Gelände zu sehen sein, so die Vorstellungen der Stiftung. Denkbar wäre, einige der Fundstücke zu zeigen, die in jüngster Zeit ausgegraben wurden und von denen noch viele unter der Erde vermutet werden. Flaschen, Schuhe und sogar eine Fußprothese kamen ans Tageslicht. Außerdem viele alte „Henkelbecher“. Die Lagerinsassen haben ihr Essgeschirr oft verziert und mit ihrem Namen versehen, beschreibt das Stiftungsmitglied. Eine Ausstellung von Dokumenten über das Lager kann er sich in absehbarer Zeit ebenfalls vorstellen. Das wäre zwar erst einmal ein Provisorium, räumt Buck ein. „Aber die Leute vor Ort wollen etwas sehen und nicht erst ein oder zwei Jahre warten.“
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Bremervörder Zeitung 23. April 2005 |
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Gedenkstätte auf richtigem Weg! |
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Liebe Leserinnen und Leser, nachdem sich alle Beteiligten der unsäglich langen und quälenden Debatten um das Gefangenenlager Sandbostel im letzten Jahr erfreulicherweise zu gemeinsamen Aktivitäten zusammengefunden hatten, nehmen die Planungen weiter Gestalt an. Ich bin sehr froh, dass die Einigung vor Ort gelungen ist und ich bin der festen Überzeugung, dass es so lange Jahre nach der Befreiung des Lagers nun gelingen wird, eine würdige und angemessene Gedenkstätte entstehen zu lassen. Zurzeit geht es um den Grunderwerb der notwendigen Flächen und Gebäude und um die ersten gestalterischen und inhaltlichen Konzepte. Hier halte ich es für außerordentlich wichtig, dass die Beteiligten vor Ort in Ruhe für sich arbeiten können. Zu viele gut gemeinte Ratschläge und Hinweise haben die Organisatoren schon gehört; meistens war wenig tatsächlich Umsetzbares dabei. Jetzt geht es darum, dass tatsächlich Machbare schnell zu verwirklichen. Dazu gehört eine solide finanzielle Basis, die in Zeiten knappster Kassen auch - und wahrscheinlich sogar am aller meisten - durch Spenden aufgebracht werden muss. Die wenigen noch lebenden ehemaligen Lagerinsassen müssen schnell zu Wort kommen. Auch die Einwohner der Region Sandbostel/Selsingen sind aufgerufen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen einzubringen. Ich weiß aus Gesprächen, dass auch viele Ortsansässige zutiefst verstört waren über die Zustände in diesem Lager. Der Vorsitzende der Stiftung, Hermann Luttmann, hat eine große Aufgabe zu bewältigen und ist auf die Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer angewiesen. Hilfreich hierbei ist das Engagement der Gemeinde Sandbostel und der evangelischen Kirche. Wir alle wollen, dass es eine zukunftsfähige Gedenkstätte wird, die nicht nur die Schrecken der Vergangenheit dokumentiert, sondern auch und gerade für viele Menschen eine vorausblickende und konstruktive Versöhnungs- und Friedensarbeit leisten kann. Alle Beteiligten sind guten Willens und engagiert. Eine Entwicklung, auf die ich stolz bin.
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Bremervörder Anzeiger 20. Februar 2005 |
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Noch keine Einigung über Grundstückskauf Stiftung Lager Sandbostel richtet Gedenkfeier aus |
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Sandbostel (jb). Bislang haben die Kaufverhandlungen zwischen der Stiftung Lager Sandbostel und den Eigentümern der Grundstücke im ehemaligen Kriegsgefangenenlager kein konkretes Ergebnis gebracht. „Ob wir unsere Wunschvorstel lungen beim Grundstückskauf tatsächlich verwirklichen können, steht noch nicht fest“, teilt der Kuratoriumsvorsitzende Clement Poppe der Presse mit. „Wir würden gerne einen Teil des Lagers erwerben, auf dem noch alte Unterkünfte stehen.“ Bekanntlich möchte die Stiftung die geplante Gedenkstätte in der Nähe der Lagerkirche errichten. Damit die Kaufverhandlungen „auf einer konkreten Grundlage geführt werden können“, will die Stiftung nun ein so genanntes „Wertgutachen“ erstellen lassen, das von einem Spender bezahlt wird. Die bisher für den Erwerb der Immobilie eingegangenen und zugesagten Spenden sollten Poppe zufolge für den Kauf „eines nicht zu kleinen Grundstücks“ reichen. Mit dem Gutachten wolle man den Spendern zeigen, dass man mit dem Geld gut umgehe und das Grundstück zu einem „reellen Preis“ kaufen werde. Insbesondere die Firma Edelmann hatte in der Vergangenheit immer wieder völlig überzogene Preisvorstellungen geäußert. Die Stiftung Lager Sandbostel wird auch die Gedenkfeier anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung der Lagerinsassen am 29. April ausrichten. Eine speziell hierfür eingerichtete Arbeitsgruppe soll die Veranstaltung organisieren. „Wir hoffen, auch zahlreiche offizielle Gäste begrüßen zu können“, betont Clement Poppe. Das Programm steht im Großen und Ganzen fest. Geplant ist,dass vor der eigentlichen Gedenkfeier vor der Lagerkirche eine Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte erfolgen soll. Wie in den vergangenen Jahren beschließt ein Gottesdienst die offizielle Feier. Ehemalige Kriegsgefangene, die zur Feier anreisen, werden vom Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel sowie der Gemeinde Sandbostel betreut. |
Bremervörder Anzeiger vom 22.12.2004 |
Gedenkstättenstreit: Einigung „ein Wunder“ „ Stiftung Lager Sandbostel“ aus der Taufe gehoben Von Jürgen Peters |
Sandbostel. Viel Prominenz war am vergangenen Freitag in der Lagerkirche Sandbostel zusammengekommen, an der Spitze der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann mit seinem Kabinettskollegen Heiner Ehlen. Bei seiner Begrüßung bezeichnete der Selsinger Pastor Wolfgang Fromm das Ereignis, das die Beteiligten an diesen Ort geführt hatte, als „ein Wunder“. Nach jahrelangen, mit großer Erbitterung und gegenseitigen Schuldzuweisungen geführten Auseinandersetzungen kam es im August dieses Jahres zu einer ersten, grundsätzlichen Einigung um die Errichtung einer Gedenkstätte für das Lager Sandbostel. Nach vielen weiteren Gesprächsrunden und Abstimmungen in den unterschiedlichen Gremien war es nun so weit: In einem feierlichen Gründungsakt in der Lagerkirche unterzeichneten insgesamt neun Parteien die Stiftungsurkunden „Stiftung Lager Sandbostel“. Im gemeinsamen Boot sitzen der Dokumentations- und Gedenkstättenverein, die Gemeinde Sandbostel, die Samtgemeinde Selsingen, der Landkreis Rotenburg und das Land Niedersachsen. Dazu kommen noch die Geschichtsfreunde Sandbostel, die St- Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und das Bündnis „Pro Europa“ des 86-jährigen ehemaligen Lagerinsassen Bernard Le Godais. Dieser hatte die lange Reise aus dem Herzen Frankreichs auf sich genommen, um die Stiftungsurkunden mit zu unterzeichnen. Dabei warb er für seine Bewegung, die sich unter dem Dach der Ökumene für Versöhnung, Solidarität und Frieden einsetzt. Le Godais saß insgesamt fünf Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft. Im Lager Sandbostel war er in den Wochen unmittelbar vor und nach der Befreiung und hat dabei unermessliches Grauen und grenzenloses Leid hautnah erlebt und erfahren. Hans-Wilhelm Hastedt hatte zuvor zurückgeblickt auf die Zeit, in der er und Horst Rademacher als Moderatoren im Auftrag der Landesregie rung ihre schwierige Mission letztendlich erfolgreich umsetzen konnten. „Versöhnung lässt sich nicht erzwingen“, so Hastedt, „wir haben versucht zuzuhören. Menschen sind, wie man so sagt, über ihren Schatten gesprungen.“ Die Unterzeichnung der Stiftungsurkunden erinnerte ein wenig an ein politisches Gipfeltreffen, als die Vertreter ihrer Organisationen unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen ihre Unterschriften unter die Dokumente setzten. Auch das Fernsehen war angereist, ein Team des NDR begleitete die gesamte Veranstaltung. Nur einem Gast war nicht nach Jubel zumute. Ivar Buterfas war mit seiner Ehefrau aus Hamburg gekommen und verhehlte seine Skepsis über die gefundene Lösung nicht. Seine Bedenken äußerte er später noch in einer Erklärung bei der Pressekonferenz (siehe Bericht „Stiftung Lager Sandbostel bestimmt Vorstand“). |
„ Stiftung Lager Sandbostel“ bestimmt einen Vorstand Einmütiger Dank für die Arbeit der Moderatoren |
Von Jürgen Peters |
Sandbostel. Nach der feierlichen Unterzeichnung der Urkunden für die „Stiftung Lager Sandbostel“ in der Lagerkirche ging es unmittelbar anschließend in der Gaststätte „Zum Grünen Jäger“, um die notwendigen Wahlen durchzuführen und sich anschließend der Presse zu stellen. Zum Stiftungsvorstand wurde der Rotenburger Kreisrat Hermann Luttmann in seiner Eigenschaft als Vorstand des Kreisverbandes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge gewählt, Karl-Heinz Buck vom Gedenkstättenverein und Holger Blank von der Gemeinde Sandbostel wurden als seine Stellvertreter bestimmt. Im Kuratorium sind die neun Träger der Stiftung vertreten. Hier führt Sandbostels Bürgermeister Clement-Volker Poppe den Vorsitz, sein Vertreter wurde Peter Gerloff von der St- Lamberti-Kirchengemeinde in Selsingen. Der Auftrag der Stiftung ist die Errichtung und Förderung einer Dokumentations-, Gedenk-, Informations- und Trauerstätte in der Nähe der Lagerkirche sowie die Förderung von internationalen Begegnungen. Kultusminister Bernd Busemann zog vor der Presse ein vorläufiges Fazit über die „leidvolle Geschichte“. Er sprach von einem „sehr schwierigen, schmerzhaften Prozess“ und einer Initialzündung, durch die man sich mit neuem Ansporn an den Tisch gesetzt habe. Er wollte zwar nicht so weit gehen wie Pfarrer Wolfgang Fromm und von einem Wunder sprechen, aber es sei „ein wunderbares Ergebnis mit Hilfe von Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher“. Es sei sicherlich nicht selbstverständlich, dass das Land Niedersachsen sich in der Stiftung befände. Er wollte zwar keine Summen nennen, stellte aber auch fest, dass das Land „seine Verantwortung kennt und der Stiftung mit Rat und Tat“ zur Seite stehen werde. Der Termin für die Errichtung zumindest eines Anfangs der Gedenkstätte steht auch schon fest. Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Stalag X B am 29. April 2005 soll es eine internationale Gedenkfeier geben, an der wahrscheinlich ein französischer Minister teilnehmen werde. Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen dankte den von ihm eingesetzten Moderatoren und übergab ihnen ein kleines Geschenk des Landes. „Hans- Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher haben sich reingekniet“, lobte er den unermüdlichen Einsatz der beiden Vermittler, die in den vergangenen Monaten insgesamt 58 Gespräche geführt hatten, bis die heutige Lösung gefunden war. Rademacher selber berichtete von viel Zustimmung aus der Bevölkerung und mit „den zehn Prozent Gegnern“ müsse man leben. Doch es gab auch eine kritische Stimme. Ivar Buterfas wunderte sich, dass die „bisher härtesten Kritiker“ nun persönlich im Vorstand vertreten seien und äußerte die Befürchtung, dass der Gedenkstättenverein, der zwölf Jahre hervorragend gearbeitet habe, innerhalb der Stiftung an Bedeutung verlieren werde. Vom Gegenteil wolle er sich gerne überzeugen lassen, durch die Errichtung einer Gedenkstätte bis zum Frühjahr. Geld sei da, so Buterfas, Kultusminister Busemann müsse nur die Schatullen öffnen. |
Bremervörder Zeitung 10. November 2004 |
Sandbostel in der Vorreiterrolle Von Corvin Borgardt |
Sandbostel. Auf dem Weg zur „Stiftung Lager Sandbostel" nimmt die Gemeinde Sandbostel eine Vorreiterrolle ein. Am Montagabend hat der Gemeinderat einstimmig für die Annahme der Stiftungssatzung votiert - als erstes der neun künftigen Stiftungsmitglieder. „Wir sind die ersten, die diesen Schritt verbindlich gemacht haben", freute sich Sandbostels Bürgermeister Clement Volker Poppe nach der Gemeinderatssitzung. Damit zeige die Gemeinde, wie ernst ihr die Angelegenheit sei, so der Bürgermeister. Unmittelbar vor der Ratssitzung hatte der Verwaltungsausschuss über die Satzung beraten und den Ratsmitgliedern empfohlen, die Satzung anzunehmen. Über den Inhalt der Satzung für die „Stiftung Lager Sandbostel" gab es nur wenig Anlass zur Diskussion. Lediglich einige Fragen in Bezug auf Arbeit und Besetzung der Gremien musste Bürgermeister Poppe beantworten. „Für uns als Gemeinde war es unter anderem wichtig, ebenso wie der Gedenkstättenverein, ein Vor schlagsrecht für den Stiftungsvorstand zu haben", erläuterte Poppe. Über Personalangelegenheiten wurde am Montagabend noch nicht entschieden. Erst während der nächsten Gemeinderatssitzung wollen sich die Mitglieder mit Namen für das Kuratorium beziehungsweise mit dem Vorstand der Stiftung befassen. Die offizielle Unterzeichnung der Stiftungssatzung ist für Freitag, 17. Dezember, geplant. An der feierlichen Veranstaltung in der Lagerkirche in Sandbostel werden dann auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) und sein Kollege, Kultusminister Bernd Busemann (CDU), teilnehmen. Ebenfalls Thema der Gemeinderatssitzung am Montag war die Chronik der Ortschaft Ober Och- tenhausen. Wie berichtet, soll der erste Band des zweiteiligen Werkes noch vor Weihnachten fertiggestellt werden - gewissermaßen passend als Geschenk zu Weihnachten. Elfriede Heins vom Chronik- Team stellte den Ratsmitgliedern den Stand der Dinge vor. Diese beschlossen während der Sitzung den Druckauftrag über 500 Exemplare zu erteilen. Bestellungen der Chronik sind bei Brigitte Becker (Telefon 04284/1427) und bei Elfriede Heins (Telefon 04764/ 331) möglich. |
Bremervörder Zeitung 29. Oktober 2004 |
Gedenkstätte Sandbostel: Sponsoren gesucht Stiftungsgründung bis zum 1. Januar möglich - Grundstückskauf geplant Von Corvin Borgardt |
Selsingen/Sandbostel . Auf dem Weg zu einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel ist ein weiterer wichtiger Schritt getan. Am Mittwochabend einigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Gedenk-stätte Sandbostel" auf einen Entwurf für eine Stiftungssatzung. Läuft alles nach Plan, könnte die Stiftung bereits zum 1. Januar nächsten Jahres gegründet werden. Was jetzt noch fehlt, sind Sponsoren, die die Stiftung finanziell unterstützen. Zufrieden und optimistisch präsentierten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe sowie die beiden Moderatoren Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher im Anschluss an die Sitzung des Gremiums der Presse. Denn einstimmig war zuvor der Satzungsentwurf für eine Stiftung beschlossen worden - mit der Empfehlung an die acht Gründungsmitglieder der Stiftung, dieser Satzung in ihren Gremien formell zuzustimmen. Zu den acht angehenden Stiftungsmitgliedern zählen bislang die Gemeinde Sandbostel, die Samtgemeinde Selsingen, der Gedenkstättenverein, der Landkreis Rotenburg, das Land Niedersachsen, die Kirchengemeinde Selsingen, der Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie der Verein „Pro Europa", den der ehemalige Lagerinsasse Bernard LeGodais mitbegründet hat. All diese Institutionen beteiligen sich mit jeweils 2.500 Euro an der Stiftung. Um jedoch das notwendige Grundkapital von 25.000 Euro zusammen zu bekommen, werden noch Unterstützer gesucht. „Wir können uns vorstellen, dass es Sponsoren gibt, denen eine Gedenkstätte in Sandbostel wichtig ist", sagte Hans-Wilhelm Hastedt. Und Sandbostels Bürgermeister Clement Volker Poppe fügte hinzu: „Egal ob groß oder klein - uns ist jede Spende willkommen." Die Befürchtung des Gedenkstättenvereins, man finde sich möglicherweise in einer Stiftung nicht wieder, konnten am Mittwoch ebenfalls ausgeräumt werden. Denn zum einen soll der Schwerpunkt der Gedenkstätte auf der Zeit des Lagers zwischen 1939 und 1945 liegen und zum anderen je ein Mitglied des Vereins und eins der Gemeinde Sandbostel dem dreiköpfigen Vorstand des Stiftungskuratoriums angehören. Zweiter Schritt nach Gründung einer Stiftung, ist der Kauf von Teilen des Edelmann-Grundstückes in der Nähe der Lagerkirche, auf dem noch erhaltene Lagerbaracken stehen. Für den Erwerb der notwendigen Flächen, so Hastedt, habe die Landesregierung bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Aus Hannover gibt es Anzeichen, dass ein Grundstückskauf nicht an 50.000 Euro scheitern wird", sagte Hastedt. Ausdrücklich lobten der ehemalige Superintendent und Horst Rademacher das Engagement der Sandbosteler Bürger, die „trotz vieler Beschimpfungen" weiter zu der Gedenkstätte stünden. Auch die Arbeit des Gedenkstättenvereins und das medienwirksame Engagement von Ivar Buterfas hoben die Moderatoren lobend hervor. „Ich hoffe, dass wir uns jetzt nicht wieder auseinander dividieren lassen", warnte Hastedt. Denn das jetzt Erreichte sei vor einem halben Jahr noch undenkbar gewesen. Alle Beteiligten der Arbeitsgruppen-Sitzung sprachen am Mittwochabend von einem entspannten und harmonischen Gesprächsklima. Jetzt gehe es darum, weiter gemeinsam nach vorne zu blicken.
Wer möchte spenden? Um das Gründungskapital von 25.000 Euro für eine Stiftung zusammen zu bekommen, hoffen die Beteiligten auf Sponsoren. Besonders interessant für potenzielle Spender: Für eine Stiftung in Gründung gibt es spezielle steuerliche Vorteile. Wer sich für eine Gedenkstätte finanziell engagieren möchte kann auf zwei Konten spenden - jeweils mit dem Vermerk „ Gedenkstätte Sandbostel". Der Dokumentations- und Gedenkstättenverein hat die Kontonummer 600022203 beim Postgiroamt Hamburg (BLZ 20010020). Die Kirchengemeinde Selsingen hat die Kontonummer 110882 bei der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde (BLZ 24151235).Weitere Informationen erteilen der Gedenkstättenverein unter der Telefonnummer 04761/746858 und die Kirchengemeinde unter der Nummer 04284/353. (cb) |
Bremervörder Zeitung 6. Oktober 2004 |
Gedenkstätte: Dem Ziel einen Schritt näher Von Corvin Borgardt
Sandbostel. Auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Lösung in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist am Montagabend ein weiterer Schritt gemacht worden. Während einer Mitgliederversammlung sprach sich der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel einstimmig für den am 23. August vorgestellten Kompromiss aus. Wie berichtet, ist die Kernaus sage des die durch Vermittlung der beiden Moderatoren Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher zustande gekomme nen Kompromisses, die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in der Nähe der Lagerkirche. „Der Verein begrüßt diesen Vorschlag voll und ganz", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, Dr. Klaus Volland, gestern gegenüber der BZ. Die von Ivar Buterfas geforderte Einbeziehung der Straßenmeisterei - in der damals die Kommandantur des Stalag XB untergebracht war - in eine Gedenkstätte werde vom Verein nicht mehr favorisiert, erklärte Volland. Man könne sich stattdessen vorstellen, Informationstafeln auf dem gesamten Lagengelände aufzustellen, die Besucher auf die Bedeutung und Historie verschiedener Lagerteile hinweisen. In diesem Zusammenhang bewerteten die Vereinsmitglieder auch den Vorschlag der beiden Moderatoren positiv, die Straßenmeisterei mit der Pflege der Gedenkstätte zu beauftragen. Während der Mitgliederversammlung im Gasthaus „Zum grünen Jäger" in Sandbostel sprachen sich die Mitglieder des Gedenkstättenvereins auch für die Beteiligung an einer Stiftung als Träger einer Gedenkstätte aus. Dabei handele es sich laut Dr. Volland um einen Grundsatzbeschluss. Abschließend werde man über eine Stiftungsbeteiligung erst entscheiden, wenn eine Satzung vorliegt. „Es ist wichtig, dass der Verein sich und seine Ziele in einer Stiftung wiederfindet", erklärte Dr. Klaus Volland. Des Weiteren sprach sich der Verein dafür aus, zügig ein Konzept für eine Gedenkstätte zu erstellen, damit am 29. April 2005 - dem 60. Jahrestag der Lagerbefreiung - „etwas Vorzeigbares zu sehen ist".
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Bremervörder Anzeiger 22. September 2004 |
Ein grundsätzliches „Ja“ zur Gedenkstätte auf dem Lagergelände
Sandbostel (jb). In seiner Sitzung am vergangenen Montag hat sich der Sandbosteler Gemeinderat „grundsätzlich“ für eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Kirchennähe ausgesprochen. Das Gremium unterstützt damit den am 23. August beschlossenen Lösungsvorschlag der Arbeitsgruppe. Alle neun Ratsmitglieder votierten für den „Kompromiss von Selsingen“. Der stellvertretende Bürgermeister Holger Blank sprach von einem „ersten Grundstein auf dem gemeinsamen Weg, den wir gehen sollten“. Einschränkend wird im Grundsatzbeschluss darauf hingwiesen, dass „alle noch bestehenden Fragen und Vorbehalte“ in der Arbeitsgruppe zu klären und vom Gemeinderat zu beschließen sind. Konfliktpotenzial birgt unter anderem noch das Thema Denkmalschutz. Es soll vor allem die Baracken, die von den Gewerbebetreibenden bereits vor Ausrufung des Schutzstatus 1992 baulich verändert wurden, betreffen. Ebenfalls einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, der von den Vermittlern Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher angeregten Stiftung mit 2.000 Euro beizu treten. Durch diese noch zu gründende Stiftung soll die Gedenkstättenarbeit auf eine breite Basis gestellt werden. „Grundsätzlich sind wir dabei“, erklärte Bürgermeister Clemet Poppe. Der genaue Text der Satzung müsse jetzt noch von der Arbeitsgruppe entworfen und vor der Unterzeichnung dem Gemeinderat vorgestellt werden. Poppe: „Einfach so eine Waschmaschine kaufen wollen wir auch nicht.“ |
Zevener Zeitung 2. September 2004 |
Sandbostel: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung
Sandbostel (bz/cb). Auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Lösung in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist eine weitere Hürde genommen worden. Am Montagabend fällte der Sandbosteler Gemeinderat zwei wegweisende Grundsatzbeschlüsse . Zum einen sprachen sich die Ratsmitglieder nach kurzer Beratung einstimmig dafür aus, die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in der Nähe der dortigen Kirche zu unterstützen. Wörtlich heißt es dazu: „Der Gemeinderat Sandbostel stimmt grundsätzlich dem Lösungsvoschlag der Arbeitsgruppe vom 23. August 2004 zu, eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in "Kirchennähe" zu errichten. Alle noch bestehenden Fragen und Vorbehalte sind in der Arbeitsgruppe zu klären und im Gemeinderat zu beschließen." Vorherige Ratsbeschlüsse, in denen sich der Gemeinderat auf die Kriegsgräberstätte als Standort einer Gedenkstätte festlegt hatte, haben durch den neuen Beschluss ihre Gültigkeit verloren. Desweiteren stand am Montagabend auch das Thema Gedenkstättenstiftung auf der Tagesordnung. Auch hier fassten die Ratsmitglieder einen einstimmigen Beschluss. Um die zukünftigen Tätigkeiten einer „Gedenk- und Informationsstätte" auf eine breite Basis zu stellen, wird sich die Gemeinde an einer Stiftung als Träger beteiligen. „Die Gemeinde Sandbostel beteiligt sich an einer neu zu gründenden Stiftung mit 2000 Euro. Die Satzung wird von der Arbeitsgruppe entworfen und dem Rat vor Unterzeichnung vorgelegt", heißt es in dem Ratsbeschluss vom Montagabend. |
Bremervörder Anzeiger 15. September 2004 |
Hürde genommen, weitere Probleme lösbar Bremervörde (jb). Die erste Hürde in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist genommen. Der „Kompromiss von Selsingen“, auf den sich die Mitglieder der jüngst ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe unter Vermittlung von Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher am 23. August einigten, gilt gemeinhin als Durchbruch in dieser Sache. Die Vereinbarung sieht die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Nähe der kleinen Kirche vor. Zustimmung findet die Lösung auch bei den Sandbosteler Bürgern, die sich auf einer nichtöffentlichen Versammlung grundsätzlich positiv äußerten. Jetzt geht's ans Eingemachte. Auf dem Weg zum Ziel müssen noch eine Reihe offener Fragen geklärt werden. Alle Beteiligten sprechen dieser Tage aber von durchaus lösbaren Problemen Ende September wird das von der Bezirksregierung Lüneburg auf Geheiß des niedersächsischen Kultusministeriums in Auftrag gegebene Gutachen über die Gebäudesubstanz fertig sein. Das mit der Untersuchung beauftragte Architekturbüro prüft in diesem Rahmen auch Möglichkeiten zum Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden, baulich kaum veränderten Holz- und Steinbaracken auf Gelände der Firma Edelmann.Wenngleich die gutachterliche Tätigkeit noch nicht abgeschlossen ist, spricht Reiner Zittlau, Leiter der Bau- und Kulturdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege bereits jetzt von einem „erheblichen Reparatur-Notstand“. Anfang Oktober wird die Öffentlichkeit erfahren, was an Gebäudesubstanz zu retten ist, ob ein oder zwei der Baracken für Dokumentationszwecke genutzt werden können und in welcher Größenordnung sich die Kosten belaufen. Lesen Sie hierzu die Erklärungen von Clement Poppe, Klaus Volland, Ivar Buterfas und Horst Rademacher. |
| Am 6. September war in der Frankfurter Rundschau ein längerer Artikel über das ehemalige Kriegsgefangenenlager zu lesen |
Hamburger Morgenpost 25. August 2004 |
Sandbostel: Das Ende eines Skandals BREMERVÖRDE Es ist geschafft! In Sandbostel wird es eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus geben. Darum hatte der Hamburger Holocaust-Überlebende Ivar Buterfas (73) Monate lang gekämpft. Zwei Baracken und ein Teil des Grundstücks werden einem Verein überlassen, der die Erinnerung an das einstige Kriegsgefangenen- und KZ- Auffanglager Stalag XB wach halten soll. Monatelang hatte es erheblichen Streit gegeben. Sandbostel war immer wieder in den Schlagzeilen: Buterfas kritisierte, dass historische Baracken mutwillig zerstört werden und dass Gewerbetreibende, die auf dem Gelände heute ansässig sind, Angehörige ermordeter Insassen mit Gewalt vertreiben. Auf Druck der Landesregierung ist ein Kompromiss gefunden worden: Rechtzeitig zum 60. Jahrestag der Lagerbefreiung soll die Gedenkstätte fertig gestellt sein. Offen ist noch die Frage, ob die Straßenmeisterei des Kreises weichen muss. Sie ist in der ehemaligen Lagerkommandantur untergebracht. (ow) |
Bild Bremen 25. August 2004 |
Dank Monsieur Le Godais! Sandbostel wird Gedenkstätte Von A. MERTENS Das Drama um das ehemalige Kriegsgefangenenlager Sandbostel (BILD berichtete) ist zu Ende. Nach jahrzehntelangem Hickhack wird es jetzt eine Gedenkstätte.Großen Anteil daran hat der Franzose Bernand Le Godais (86), ehemals Insasse im Lager des Grauens. Er war extra aus der Nähe von Paris angereist, führte mit leidenschaftlichen Worten Landkreis, Gemeinde, Gedenkstättenverein und das Land Niedersachsen zusammen.Le Godais erzählte: „Am 7. April kamen 12 000 KZ-Häftlinge aus Neuengamme. 6000 wurden deportiert. Die anderen wurden in Sandbostel in ein vergittertes Lager gesperrt. Sie schrieen vor Hunger und Durst, starben unter Qualen. Jeden Tag durchsuchte ich mit 80 anderen Freiwilligen die Baracken nach Leichen."Beeindruckend, wie Le Godais trotz dieser Erfahrungen die Streitparteien zusammenbrachte. „Wir können nicht Versöhnung unter den Völkern schaffen, wenn wir schon hier Kleinkriege führen." Erste Planung: Die Kapelle und benachbarte Baracken werden Zentrum der neuen Gedenkstätte. Mitte November soll das Konzept fertig sein. Dann entscheidet das Land, ob es die Anschubfinanzierung (rund 500 000 Euro) übernimmt. Merci, Monsieur Le Godais! |
Bremervörder Zeitung 17. Juli 2004 |
Gedenktafel in Ordnung Von Klaus-Jürgen Hoops aus Hipstedt erreichte uns ein Leserbrief zum Thema Gedenkstätte Sandbostel. |
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Vorbemerkend möchte ich mich dem Leserbrief
des Grafen von Fraunhofen uneingeschränkt anschließen.
Dazu gehört für mich auch, dass die seitens des Landrat Dr.
Fitschen vorgeschlagene Lösung einer Gedenktafel, 60 Jahre nach Kriegsende,
völlig in Ordnung ist. Dieses auch in Anbetracht der wechselvollen
Geschichte des Lagers seit dem Zweiten Weltkrieg und dem vorbildlichen
Einsatz der Gemeinde Sandbostel und seiner Bürger, einer Versöhnung
über den Gräbern. Mir kommt es so vor, als wenn es den Herren Buterfas, Dr. Kohlrausch und Volland, nur um die Durchsetzung ihrer ureigensten Macht- und, im letzteren Fall persönlichen Interessen, geht. Die Errichtung einer Gedenkstätte ist doch letztendlich nur noch ein Aufhänger. Darüber hinaus empfinde ich in den Äußerungen des Herrn Buterfas, Sandbostel bekannter als Las Vegas machen zu wollen, eine erhebliche Bedrohung, wenn nicht sogar Erpressung. Vielleicht nehmen wir es nicht mehr wahr, Deutschland ist eine freiheitliche Demokratie, zu der auch diese Region zählt und auch wir verabscheuen die Verbrechen der Nazizeit. Für mich ist es daher eine ungeheuerliche Provokation, wenn Herr Giordano behauptet, dass es bei einigen Menschen nach wie vor Anzeichen für „bleibende Indoktrination" durch die NS-Ideologie gibt (BZ vom 14. Juli). Das kann nach meiner Auffassung doch nur bedeuten: „In dieser Region leben nach wie vor unverbesserliche Nazis", noch dazu demokratisch gewählt. Wer ist Herr Giordano eigentlich, dass er eine derartige Ungeheuerlichkeit ungestraft äußern kann? Offensichtlich genügt es, Schriftsteller und Publizist zusein, um derartige Erkenntnisse über die hier mit Mehrheit gewählten, politischen Vertreter gewinnen zu können. Als besonders gefährlich für eine Demokratie empfinde ich es, wenn Bürger über das Thema Sandbostel nur hinter der vorgehaltenen Hand sprechen mögen, aus Angst, dadurch in irgendeiner Form mit den bestehenden Gesetzen in Konflikt zu geraten. Vielleicht erinnern wir uns, genau diese Angst der Bürger ermöglichte einmal die Herrschaft der Nazis. Ich bin froh, dass die politisch Verantwortlichen der Stadt Bremervörde die Buterfas-Lesung nicht zugelassen haben und damit künftige Präzedenzfälle verhindert werden. Abschließend noch ein Wort zu den Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Gabriel. Fast dreizehn Jahre hatte die SPD die Macht in Niedersachsen und die SPD will nichts gewusst haben? Haben die SPD-Verantwortlichen vor Ort geschlafen? Nach meiner Auffassung, kann das doch nur die billige Diskreditierung der jetzigen Regierung bedeuten. |
Bremervörder Zeitung 17. Juli 2004 |
Buterfas spricht mit Vermittlern |
Bremervörde/Sandbostel (ts). Die Vermittler
im Sandbostel-Konflikt, der Ex-Superintendent Hans-Wilhelm Hastedt und
der Regierungsschuldirektor im Ruhestand, Horst Rademacher, haben am kommenden
Mittwoch ein Gespräch mit Ivar Buterfas. Das teilte dieser gestern
der BZ mit. Der Holocaust-Überlebende hat den Gedenkstättenverein
in den vergangenen Wochen bei seinem Ziel massiv unterstützt, auf
dem Lagergelände eine Gedenkstätte zu errichten. „Wir werden die Brücken der Verständigung, die am 12. Juli bei der Internationalen Sandbostel-Konferenz in Hamburg geschlagen wurden, weiter festigen", sagte Buterfas der BZ. „Wir werden versuchen, ein gemeinsames Ziel zu erarbeiten, bei dem es keine Verlierer und Gewinner geben soll." Weiter teilte Buterfas mit, dass er am 8. November im Rotenburger Kantor-Helmke-Haus aus seiner Autobiografie vorlesen wird. Ein weiterer Termin sei am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Selsingen oder Sandbostel geplant. Der Erlös aus den Lesungen wird der Gedenkstätte zu Gute kommen. Wie berichtet, hatte der Bremervörder Verwaltungsausschuss seinen Antrag mit CDU-Mehrheit abgelehnt, am 9. November im Bremervörder Ratssaal zu lesen, was vor allem in der Hamburger Presse für ein sehr kritisches Medienecho gesorgt hatte. |
| Bremervörder Anzeiger 27. Juni 2004 |
| „So ist noch
niemand mit mir umgegangen" Gespräch zwischen Ivar Buterfas und Landrat Fitschen geplatzt |
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Die Gedenkstätte gehört
an den Tatort
Der Leser Hermann König aus Hipstedt hat es auf den Punkt getroffen: der Streit um die Gedenkstätte Sandbostel - das sind die Nachwehen einer verdrängten Vergangenheit. Hitler, und was der Name symbolisiert, ist wohl militärisch, nicht aber auch schon geistig oder besser ungeistig geschlagen; Alles, was Hermann König schreibt, stimmt: Wir leben in einem Land, wo dem größten geschichtsbekannten Verbrechen mit Millionen und Abermillionen Opfern, die wohlgemerkt hinter den Fronten umgebracht worden sind, das größte Wiedereingliederungswerk der Täter gefolgt ist, das es je gegeben hat. Die 50er Jahre waren ein brauner Epilog, die Nazizeit ein nahezu kollektives Tabu, eben weil das „Dritte Reich" eine Funken sprühende Liaison zwischen der Mehrheit der damaligen Deutschen und ihrem „Führer" war. Danach aber wollte es keiner gewesen sein, niemand von etwas gewusst haben. Ich habe das die „zweite Schuld" genannt, nach der ersten unter Hitler. Als Überlebender des Holocausts habe ich mit Entsetzen den Streit um die Gedenkstätte Sandbostel registriert - sie gehört an den Tatort, dahin, wo das Großverbrechen geschah und nicht an einen Ort fernab von ihm. Die Sandbosteler waren damals nicht schuldiger als Andere, die schwiegen oder mitmachten. Erst die Heutigen aber und ihre administrativen Vertreter könnten den Punkt auf das I setzen, wenn sie einer schlechten Tradition ein konsequentes Ende bereiten würden. Das jedoch wird es, darf ich prophezeien, mit einer verfälschten Gedenkstätte auf dem kilometerweit entfernten Friedhof ganz gewiss nicht geben. |
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Bremervörder Zeitung vom 15. Juni 2004 |
Gedenkstätte: Ist dies
die Woche der Entscheidung? Kultusminister besucht morgen Sandbostel - Gespräche mit allen Beteiligten |
| Von Rainer Klöfkorn Sandbostel. In dieser
Woche könnte sich entscheiden, ob und auf welche Weise eine Gedenkstätte
für das ehemalige NS-Lager in Sandbostel realisiert wird. Zwei hochkarätige
Landespolitiker kommen nach Sandbostel: Morgen Kultusminister Bernd Busemann
(CDU), am Donnerstag Oppositionsführer Sigmar Gabriel (SPD). |
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| Bremervörder Anzeiger vom 6. Juni
2004 |
| „Es ist wichtig, dass jetzt etwas geschieht" Landkreis Rotenburg (jb).
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Bremervörder Anzeiger vom 23. Mai 2004 |
| „Es sei denn, jemand bezahlt die Sache"
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Bremervörder Anzeiger vom 23. Mai 2004 |
| Denkpause läuft ab von Jacob Brandt
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Bremervörder Zeitung vom 12. März 2004 Von Harm Zimmering |
Bremervörde. Seinem Ziel, eine Gedenkstätte
auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel zu errichten, sieht
sich der Vorstand der „Dokumentations und Gedenkstätte Sandbostel"
ein ganzes Stück näher gekommen. Für die „Verantwortlichen
in der Region gibt es kein Zurück mehr", sagte jetzt der Vorsitzende
Dr. Dietmar Kohlrausch auf der Jahreshauptversammlung des gemeinnützigen
Vereins. |
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Bremervörder Zeitung vom 2. Mai 2003 |
Schnell handeln Während der Gedenkveranstaltung kritisierte Dr. Klaus Volland, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel, dass die Gespräche zur Errichtung einer Gedenkstätte Sandbostel auf dem historischen Lagergelände ins Stocken gekommen sind. „Wenn wir uns hier umblicken, sehen wir, dass die Überreste des Lagers mehr und mehr verfallen. Hier muss sofort Entscheidendes zur Rettung getan werden", forderte Dr. Klaus Volland. (cb) |
Osterholzer Kreisblatt vom 21. Dezember 2002 |
| Ein Gespräch
- zwei Meinungen Sandbostel. Scheitert die Gedenkstätte In Sandbostel
am Geld? Das jedenfalls befürchtet der CDU-Landtagsabgeordnete
Hans-Heinrich Ehlen. Bei einem Gespräch mit Landtagspräsident
Rolf Wernstedt und dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats
für Gedenkstätten In Niedersachsen, Dr. Herbert Obenaus,
sei deutlich geworden, dass Bund und Land die erforderlichen Mittel
für das geplante Informattonszentrum wohl nicht bereit stellen
werden, so Ehlen. |
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Bremervörder Zeitung vom 17. Dezember 2002 |
Ehlen: „Nur noch eine Gedenktafel
für Sandbostel" Die Gedenkstätte Sandbostel scheitert vermutlich
am Geld. Zu dieser Einschätzung. kommt der Landtagsabgeordnete
Hans-Heinrich Ehlen (CDU) nach einem Gespräch zwischen dem Landtagspräsident
Prof. Rolf Wemstedt (SPD), den für niedersächsische Gedenkstätten
zuständigen Prof. Obenaus und den Landtagsabgeordneten aus dem
Landkreis Rotenburg. Ehlen: „Die bisherigen Zusagen von Bund und Land
sind gleich Null." |
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| Bremervörder Zeitung vom 25.Oktober
2002 |
| Nein
aus Sandbostel lässt den Landrat kalt
Ehemaliges Lagergelände bleibt als Standort aktuell Rotenburg/Sandbostet (rkl). In der vom Landkreis eingesetzten
Arbeitsgruppe war man sich einig: Standort der geplanten Gedenk- und Informationsstätte
sollte das ehemalige Lagergelände in Sandbostel werden. Doch der
Gemeinderat schießt quer, rückt von Zusagen seiner Vertreter
ab. Dennoch bleibt Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen optimistisch. Auf
einer Ortsbesichtigung sollen die Bedenken der Ratsmitglieder zerstreut
werden. |
Sandbosteler Rat gegen Doku-Stätte
im Lager Sandbostel (rkl). Eine Gedenk-und Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel scheint in weite Ferne gerückt. Der Sandbosteler Gemeinderat hat sich am Montag eindeutig dagegen ausgesprochen. Der Dokumentations und Gedenkstättenverein sieht damit alle Vorarbeiten und Planungen über den Haufen geworfen. Wie berichtet, hatte sich die Gesprächsrunde beim Landrat Ende August auf die Errichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Lagergelände geeinigt. Die Vertreter der Sandbosteler Gemeinde sagten zu, ein Grundstück zur Verfügung stellen zu wollen. Darauf wurde vom Verein bereits ein erster Entwurf für ein Gebäude aufgestellt. Doch seit Montag gibt es eine neue Situation. Im nichtöffentlichen Teil sprach sich der Sandbosteler Gemeinderat gegen eine Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände aus. Damit sei der Rat, so Bürgermeister Heinz-Peter Hanschen auf Anfrage unserer Zeitung, dem Votum einer Bürgerversammlung gefolgt, die bereits Anfang August stattfand. Diese habe sich „klar und mit vielen Gründen" (Hanschen) gegen eine solche Lösung ausgesprochen. Unter anderem werde befürchtet, dass der tägliche Publikumsverkehr Auswirkungen auf die Firmen im heutigen Gewerbegebiet habe. „Wenn eine Gedenkstätte bei entsprechender finanzieller Beteiligung von Bund und Land errichtet wird, dann nur in schlichter und einfacher Form auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte," sagt der Sandbosteler Bürgermeister. Zugleich sollte auf dem ehemaligen Lagergelände eine Informationsmöglichkeit, gedacht ist an eine Tafel, geschaffen werden. Für ein Gedenken würde sich die Lagerkirche anbieten, verweist Hanschen auf den Beschluss des Rates. Nicht äußern wollte sich der Bürgermeister zu der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der Sandbosteler Gemeindevertreter beim Landrats-Gespräch die Überlassung eines gemeindeeigenen Grundstückes zusagte. Es gebe darüber keinen Ratsbeschluss, stellte Hanschen fest. Es sei nie Thema einer Ratssitzung gewesen, für eine Dokumentationsstätte ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. |
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Lesen Sie dazu bitte auch unsere Stellungnahme |
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Bremervörder Zeitung vom 14.9.2002 |
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| CDU-Beschluss
sorgt für Irritationen Bei Landrat-Gespräch soll Dokumentationsstätte auf Sandbosteler Lagergelände vereinbart worden sein Von Rainer Klöfkorn |
| Die Mitteilung
der CDU-Kreistagsfraktion, sie befürworte eine „schlichte Gedenkstätte"
auf dem Lagerfriedhof in Sandbostel, hat mancherorts für Erstaunen
gesorgt. Grund: Das letzte Gespräch mit dem Landrat zu diesem Thema
soll zu einem anderen Ergebnis geführt haben - so heißt es
zumindest bei Teilnehmern. Danach wurde bereits ein Grundstück auf
dem ehemaligen Lagergelände als Standort für eine Dokumentationsstätte
ausgesucht. Seit Wochen wird - hinter verschlossenen Türen - über eine Dokumentations- und Gedenkstätte in Sandbostel verhandelt. Sie soll die Erinnerung an die vielen Toten und die unvorstellbaren Gräueltaten wachhalten, die während der NS-Zeit in dem Kriegsgefangenenlager und späteren Auffanglager für KZ-Häftlinge geschehen sind. Initiert hatte die Debatte die SPD-Kreistagsfraktion. Unter Leitung von Landrat Dr. Fitschen bemühten sich in jüngster Vergangenheit Vertreter von Samtgemeinde, Gemeinde, der Kirche und des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel um einen Konsens. Über die Beiträge und bisherigen Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. Das Thema schien vielen Teilnehmern selbst 57 Jahre nach Kriegsende zu sensibel, um öffentlich beraten zu werden. Wie aus dem Teilnehmerkreis verlautet, schien nach der letzten Sitzung eine einvernehmliche Lösung gefunden. Diese sei jedoch keineswegs identisch mit der Entscheidung, die jetzt die CDU-Kreistagsfraktion auf einer Tagung traf und öffentlich bekannt gab. Nach Aussage der CDU, die das Thema auf einer Tagung in Güstrow beraten hat, ist die Partei für eine „schlichte Gedenkstätte" auf dem Lagerfriedhof. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Bund und Land 75 Prozent der Kosten übernehmen und der Landkreis nur noch 25 Prozent beisteuern muss. Gebe es diesbezüglich negative Entscheidungen aus Berlin und Hannover, werde der Landkreis auf dem Lagergelände lediglich eine Informationstafel aufstellen. Dieser Sachstand sei nicht mehr aktuell, meinte dazu gestern auf Anfrage unserer Zeitung der stellvertretende Landrat Reinhard Brünjes. Der Beschluss von Güstrow sei vor der letzten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe erfolgt. In genau diesem Gespräch jedoch sei ein anderer Beschluss gefasst worden, berichten Teilnehmer gegenüber unserer Zeitung. Allen sei dabei klar gewesen, dass der Friedhof kein geeigneter Standort für eine Dokumentations- und Gedenkstätte sein könne. Deshalb sei entschieden worden, auf dem ehemaligen Lagergelände ein zweistöckiges Dokumentationsgebäude zu bauen. Dieses sollte aus Ausstellungs-, Sammlungs- und Schulungsräumen bestehen, für Führungen und Informationensveranstaltungen geeignet sein und auf einer zehn mal 15 Meter großen Parkfläche in Nähe der Lagerkirche entstehen. Mit dieser Lösung hätten sich die Vertreter der Gemeinde Sandbostel und die Eigentümer der jetzigen Gewerbeflächen einverstanden erklärt, heißt es seitens der Gesprächsteilnehmer. Die Gemeinde hätte Bereitschaft signalisiert, dass ihr gehörende Grundstück kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das zuvor vom Landrat ins Gespräch gebrachte Grundstück der Kreisstraßenmeisterei sei auf Widerstand eines benachbarten Betriebes gestoßen. Ganz einfach scheint sich die Angelegenheit also nicht zu entwickeln. Während sich der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte mit der Lösung sehr zufrieden zeigt, verbreiten Politiker Skepsis. Es sei kaum zu erwarten, dass Bund und Land drei Viertel der Kosten übernehmen und sich an eventuellen Personalkosten beteiligen würden. Mehr als eine reine Gedenkstätte, so sagen Politiker, sei nicht zu erwarten. Möglich sei ein Nebenraum in der Lagerkirche, dort könnte auch ein Gedenkbuch ausgelegt werden. Mit dieser Entwicklung wird sich der Verein, der sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Sandbosteler Lagergeschichte bemüht, kaum zufrieden geben. Scheitert eine Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände an den Finanzen, dürften nämlich auch jene Menschen zufrieden gestellt sein, die aus ideologischen Gründen seit jeher gegen eine Aufarbeitung der Geschichte an Ort und Stelle sind. |
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Bremervörder Zeitung vom 13.9.2002 |
| CDU: Ohne Geld
nur eine Gedenktafel im Lager Güstrow/Bremervörde (bz). Die Mitglieder der
CDU-Kreistagsfraktion führten kürzlich eine arbeitsreiche Klausurtagung
im Partnerkreis Güstrow durch. Dabei stand auch die Beratung über
eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für das ehemalige Stalag-Lager
in Sandbostel auf der Tagesordnung. |
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| Bremervörder Zeitung
vom 21.8.2002 |
Neubau den Vorzug vor Umbau
gegeben SPD für ,,Lernort" auf ehemaligem Lagergelände |
| Sandbostel (bz). Zu einer Fraktionssitzung
trafen sich die SPD-Kreistagsabgeordneten vergangene Woche in der
Gaststätte ,,Zum Grünen Jäger" in Sandbostel.
Vor Beginn der Beratungen wurde zunächst unmittelbar vor Ort
erkundet, welche Standorte sich für die von der SPD beantragte
Dokumentations- und Gedenkstätte eignen. Gemeinsam mit Dr. Dietmar Kohlrausch und Dr. Klaus Volland als Vertreter des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel nahmen sie das Gebiet der kreiseigenen Straßenmeisterei in Augenschein sowie das Gelände im Umfeld der Lagerkirche und noch im Original vorhandener Holzbaracken. Mehrere Gesprächsteilnehmer bevorzugten einen Neubau anstelle eines möglichen Umbaus vorhandener Bausubstanz, zumal unübersichtliche Eigentumsverhältnisse eine zügige Verwirklichung erschweren konnten. Einigkeit bestand im Ziel, nicht bloß einen Raum zum stillen Gedenken, sondern einen Lernort zu schaffen, der es ermöglicht, zu sehen, zu lesen und miteinander zu sprechen. |
Sandbostel/Rotenburg (rkl). |
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Am vergangenen Montag haben Vertreter von Landkreis,
Samtgemeinde Selsingen, Gemeinde Sandbostel und des Vereins Dokumentations-
und Gedenkstätte Sandbostel über die geplante Gedenkstätte
beraten. Dabei wurden vier mögliche Alternativen vorgestellt. |
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| Bremervörder Zeitung vom24.5.2002 |
Bürgermeister Hanschen
befürchtet Konflikte Kreisausschuss für Gedenkstätte in Sandbostel |
| Sandbostel/Rotenburg (bz/epd). Der Kreisausschuss hat sich für
eine offizielle Gedenkstätte ausgesprochen, die künftig an
das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager Stalag X B in Sandbostel erinnern
soll. Die Politiker sind damit einem Vorschlag von Landrat Dr. Hans-Harald
Fitschen gefolgt. Unklar ist noch, wo die Gedenkstätte errichtet und wie sie finanziert werden soll. Sie müsse am historischen Ort des ehemaligen Lagers entstehen, sagte am Mittwoch Dr. Klaus Volland vom Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel. Dort gebe es so viele Lagerüberreste wie nirgends sonst in Deutschland. Anderer Auffassung ist der Bürgermeister der Gemeinde, Heinz-Peter Hanschen. Er sprach sich für einen Bau beim Kriegsgräberfriedhof am östlichen Ortsrand aus, weil die meisten Baracken als Lagerraum an Firmen vermietet seien. Wenn dort eine Gedenkstätte entstünde, könnte es "vorsichtig ausgedrückt zu Konflikten kommen". Im Lager Sandbostel waren zwischen den Jahren 1939 und 1945 etwa eine Million Kriegsgefangene, Internierte und KZ-Häftlinge aus 46 Nationen inhaftiert. Etwa 50.000 Menschen, vor allem sowjetische Kriegsgefangene, überlebten die Gefangenschaft nicht. Sie starben an Hunger, Seuchen oder wurden ermordet. |
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| Standort für
Gedenkstätte bleibt Diskussionsthema
Gespräch in Hannover über Umgang mit der Sandbosteler Lagergeschichte Hannover/Sandbostel (rkl). In Hannover haben vor kurzem Gespräche über die Errichtung einer "schlichten Gedenkstätte", so die Formulierung von Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen, in dem ehemaligen Lager Sandbostel stattgefunden. Keine Einigung wurde dabei über den möglichen Standort erzielt. Vor allem die Vertreter der Gemeinde sprachen sich für das Friedhofsgelände und gegen das heutige Gewerbegebiet aus. Initiiert wurde das Gespräch von dem CDU-Landtagsabgeordneten
Hans-Heinrich Ehlen. Er hatte Kontakt mit Landtagspräsident Prof.
Rolf Wernstedt aufgenommen, der in den fünfziger Jahren als junger
Vertriebener aus den Ostgebieten das Lager selbst kennen gelernt hatte.
Nach der NS-Zeit diente Sandbostel unter anderem als Auffang- und
Durchgangslager für Jugendliche. |
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| SPD engagiert sich für
Dokumentationsstätte
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