Hungerrevolte
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In der Nacht vom 19. auf den 20. April 1945 (also kurz vor der Befreiung) wurden mehrere hundert Gefangene von der SS zusammengetrieben. Etwa 1000 französische Gefangene wurden in eine Baracke eingeschlossen. Andere KZ-Häftlinge mussten sich vor der Küche versammeln. Der Zweck dieser Aktion ist nicht ganz geklärt. Einiges deutet darauf hin, das die SS mit den Gefangenen im Schutz der Dunkelheit fliehen wollte. Andere sind der Meinung, das sie als Faustpfand im Falle der Befreiung durch die Engländer zurückgehalten werden sollten oder dass sie erschossen werden sollten, was in anderen Lagern auch geschah.
Als ein Luftalarm einsetzte und die Wachmannschaften die Bunker aufsuchten (die Gefangenen durften keine Schutzräume aufsuchen), nutzten die ausgehungerten Gefangenen die Gelegenheit, um in der Küche nach etwas Essbaren zu suchen. Daraufhin eröffneten die zurückgekehrten Wachmannschaften das Feuer aus Maschinengewehren auf die Häftlinge. Bei diesem Massaker wurden ca. 300 Menschen getötet. Kurz nach Mitternacht verließ die SS mit vielen hundert Häftlingen das Lager. Auch Teile der Wachmannschaften und der Stabskompanie verließen das Lager.

 
 
     
 

Ein ehemaliger Soldat der Stabskompanie stellt dieses Ereignis in einem Interview 1976 ganz anders dar :
(...) Und zwar hat das der Offizier nach dem Krieg noch persönlich erzählt (...). Als 3 Tage vor Kriegsschluss die KZ-Leute hier ankamen und hier schon ein ziemliches Durcheinander war und die Restbestände in der Küche zu Ende gingen, wurden von verschiedenen Baracken und in erster Linie gerade von den KZ-Leuten, die Restbestände gefordert. Und dieser Offizier hat mit viel, viel Mühe versucht, gerade diese Meuterer, das waren gar nicht viele, das waren 10-20 Mann, die noch einfach diese Esswaren plündern wollten, im Guten versucht, dass sie das nicht tun. Dann sind sie durch das Fenster gestürmt, und dann erst kriegten die Soldaten, die deutschen Soldaten, die Wachmannschaften den Befehl, nachdem sie ganz viele Warnschüsse abgegeben hatten, nachdem auch das nichts genützt hat, kriegten sie Befehl scharf zu schießen. Und dann sind vier bis sechs Mann erschossen worden, weil sonst die ganze Verpflegung für das Lager voll in Gefahr gewesen wäre und wahrscheinlich auch überhaupt nicht mehr möglich gewesen wäre. So, der Offizier konnte gar nicht anders, als hier scharf schießen, und nur dadurch ist eine totale Plünderung von der Küche auch überhaupt vermieden worden. Das ist die einzigste Sache, die hier passiert ist, die nicht in Ordnung war, bzw. aber auch nicht von der Kommandantur, sondern eben von den Insassen selbst da (...) angezettelt worden ist. Ansonsten ist hier nie was passiert, im Gegenteil(...)

 

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