Das Lager nach der Befreiung
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"When all was ready I came in and seated myself all alone opposite two Germans. After issuing my orders for the surrender I finished with these words. 'These orders must be obeyed scrupulously. I warn you we shall have no mercy if they are not. Having seen one of your horror camps my whole attitude towards Germany has changed.' The chief of staff jumped up and said, 'The army had nothing to do with those camps.' 'Sit down,' I replied, 'there were German soldiers on sentry duty outside and you cannot escape responsibility. The world will never forgive Germany for those camps.'"
Lieutenant General Sir Brian Horrocks (Befehlshaber der britischen Truppen, die das Lager befreiten )

Empört über die Zustände im Lager und wütend über die verlustreichen Kämpfe um das Lager Sandbostel wollten die Briten mehrere Dörfer im Umkreis des Lagers abbrennen. Nur mit größter Mühe konnte der Selsinger Pastor Baden die Briten davon abhalten.
Um die größte Not der befreiten Häftlinge zu lindern, wurden Männer und Frauen aus den umliegenden Dörfern zur Arbeit im Lager dienstverpflichtet. Sie mussten die Kranken pflegen, Baracken säubern, die Toten begraben usw. Für viele Häftlinge kam aber diese Hilfe zu spät, viele starben auch noch nach der Befreiung. Anschließend können Sie Tagebuchauszüge der damals 17jährigen Elfie Walter lesen.

 
 

Wie können wir uns entschuldigen?

1.5.1945 :Die Engländer mussten so schnell wie möglich Hilfe und Pflegepersonal haben. so kamen sie auf den Gedanken, Schulmädchen zu holen. So sind wir hierher gekommen. Und morgen werden wir Häftlinge waschen und säubern müssen!(...) Dass uns etwas Fürchterliches bevorstehen musste, das wussten wir nun.(...)
2.5.1945 Um 5 Uhr wurden wir von den Franzosen geweckt. Ich bin gegen Morgen doch noch etwas eingeschlafen. Nachts musste ich immer an all das Schreckliche denken. Das glaubt uns zuhause keiner, wenn wir das berichten. Ich musste immer daran denken, wie wir den Führer geliebt und verehrt hatten. Alles, was der uns sagte, war Lüge! Was ist das denn gewesen, der Nationalsozialismus? Wir dachten immer, das sei etwas Schönes und Edles. Wieso war alles so grausam? Warum bringen die denn unschuldige Menschen um, die so hilflos sind? Man kann doch mit seinen Feinden nicht so umgehen. Das ist ja unfassbar." Auszug aus einem Tagebuch (weitere Auszüge)

 
 

Als Folge der Befreiung durchstreiften in den Tagen nach der Befreiung Tausende Kriegsgefangene die Gegend auf der Suche nach Kleidung und Essen. Einzelne Gruppen nahmen auch Rache an den ihrer Meinung nach Schuldigen ihrer Gefangenschaft und Folter. In der Beverner Pfarrchronik ist zu lesen : "Gegen Kriegsende hatte Mintenburg besonders stark unter den Kriegseinwirkungen und aus dem Sandbosteler Kriegsgefangenenlager freigelassenen Russen zu leiden. Es wurden drei Häuser abgebrannt, zwei Zivilpersonen getötet und mehrere verletzt. Das ganze Dorf wurde ausgeplündert, die Bewohner flüchteten ins Moor oder ins benachbarte Klenkendorf."
Auch in anderen Dörfern wurden Menschen getötet oder verletzt. So auch ein deutscher Feldwebel der einen polnischen Gefangenen grundlos vor den Augen seiner Tochter erschossen hat oder auch andere Deutsche die Gefangene misshandelt haben. Es gab aber auch Kriegsgefangene die ihre früheren "Arbeitgeber" vor Übergriffen schützten. Deutsche, die sich ihren Zwangsarbeitern gegenüber menschlich verhalten hatten, bekamen teilweise Schriftstücke ausgehändigt, die sie als "gute Deutsche" auswiesen. Ein junges Mädchen, das bei den Kampfhandlungen leicht verletzt wurde und nicht mehr auf dem zerstörten Hof bleiben konnte, wurde auf der Suche nach ihrem Vater, der Wachmann im Lager gewesen ist, von zwei ehemaligen Kriegsgefangen geholfen. Ihre Begründung: " Er war ein guter Wachmann gewesen."

 

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